Was lässt unsere Haut altern - der Alterungsprozess der Haut  


Vergleicht man die Haut eines Kleinkindes mit der Haut eines Menschen um die 40, so lässt sich mit bloßem Auge erkennen, was der Alterungsprozess für die Haut bedeutet: Sie wird dünner, trockener, großporiger, fahler - es bilden sich Hautverfärbungen und Falten.

In dem empfindlichen Hautbereich um die Augen entstehen oft Tränensäcke oder dunkle Augenräder.

All diese Veränderungen sind unter anderem darauf zurückzuführen, dass die elastischen und kollagen Fasern in der Haut abnehmen. Die Geschwindigkeit der Alterungsvorgänge ist aber von Mensch zu Mensch verschieden - und wir können selbst darauf Einfluss nehmen.

Grundsätzlich wird zwischen zwei verschiedenen Alterungsprozessen unterschie-den:

Zeitalterung
Darunter versteht man den natürlichen Alterungsprozess der Haut, der in der Regel relativ langsam verläuft. Ursachen sind neben den Erbanlagen freie Radikale und Hormonmangel.

Lichtalterung
Sie schreitet sehr schnell voran, wie jeder an seinem eigenem Körper festellen kann, wenn er besonnte und unbesonnte Hautzonen vergleich. Schuld an der Lichtalterung ist vor allem das UV-Licht, Rauchen, Kälte, Wind, Hitze und andere Umweltfaktoren.


Heutzutage steht das Thema Pflege und äußeres Erscheinungsbild immer mehr im Mittelpunkt. Die gestiegenen Anforderungen im Alltag und im Beruf hinterlassen auch Spuren auf der Haut.

Die Haut ist das größte und eines der schwersten Organe des Körpers. Sie hat eine Größe von ca. 2 qm und wiegt ohne Unterhautfettgewebe ca. 3 bis 4 kg. Sie erfüllt eine Vielzahl von Aufgaben (Temperaturregelung, Sinneswahrnehmung, Signalorgan, Immunabwehr, Verdunstungsschutz, Ausscheidungsorgan, mechanischer Schutz des Körpers, Regulierung des Flüssigkeitshaushaltes).

Die Haut besteht aus vielen Bestandteilen ( 3 Hautschichten, Hautoberfläche, 3 Arten von Drüsen, Blutgefäße, Lymphgefäße, Immunzellen, Haare, mind. 6 Sinnesorgane und Nägel). Die Haut unterliegt einem Alterungsprozess, der durch die richtige Pflege entsprechend verlangsamt werden kann.

Die unterste Schicht der Haut ist die Unterhaut.

Dort befinden sich die Fettzellen, die durch Bindegewebsfasern getrennt werden. Weiterhin befinden sich dort Nerven und die Anfänge der Schweißdrüsen. Die Unterhaut hat folgende Schwierigkeiten:
- schlechte Heilung bei Verletzungen
- schlechte Gewebserneuerung
- mangelhafter Abtransport und Stoffwechselprodukten und Giften
- große Gefahr von Bindegewebsverhärtungen und Alterung
- geringer Fettabbau
- Gefahr der Einlagerung von fettlöslichen Giftstoffen

Eine weitere Hautschicht ist die sogenannte Lederhaut. Dort befinden sich verschiedene Eiweißfasern zwischen den einzelnen Zellen. Die Elaszität der Fasern ist wichtig für das Hautbild. Die beiden Bestandteile Elastin und Kollagen genannt. Elastin wird nur bis zum 16. Lebensjahr nachgebildet.

Jede Kollagenfaser besteht aus 3 umeinander gewundenen Einweißfäden. Sie sind miteinander durch eine schwache elektrische Anziehung verbunden. Durch die schwache Anziehung entsteht eine relativ lockere Verbindung = die Haut wird elastisch. Zwischen den Einweißfäden wird Wasser zwischengespeichert. Ausreichende Feuchtigkeit ist wichtig für den guten Tonus (=Gewebswasserdruck).

Durch die Umwelteinflüsse entstehen in der Haut freie Radikale, die diese Verbindungen fester werden lassen = die Elaszität der Haut lässt nach. Lässt auch der Gewebswasserdruck durch zuwenig Platz zwischen den Einweißfäden nach, so erschlafft die Haut. Auch starke Sonneneinstrahlung (UV-Einstrahlung) wirkt sich negativ auf die Kollagenverbindungen aus.

Kollagen wird nur bis zum 25. Lebensjahr gebildet. Kollagen befindet sich auch in den Wänden der Blutgefässe, in Bändern, etc. Da auch Kollagen in diesen Körperteilen altert, so entstehen im Alter z. B. Bluthochdruck, Kurzatmigkeit, etc.

Die Lederhaut wird in zwei Blutgefäßnetze, in denen sich jeweils sehr kleine Blutgefässe (Kapillaren) befinden, aufgeteilt. Durch die Veränderung der Durchblutung können folgende Körperfunktionen verändert werden:
- Wärme abgeben oder im Körper zurückhalten
- Versorgung und Tätigkeit der Schweiß- oder Talgdrüsen verändern
- Versorgung und die Zellteilung der Oberhaut steigern oder bremsen

Die Berührungsfläche zwischen Unterhaut und Oberhaut ist mit Papillen (fingerförmigen Ausstulpungen) versehen. Diese haben folgende Aufgaben:
- Verzahnung der beiden Schichten
- Verbindung haltbarer machen
- Versorgung der Oberhaut mit Sauerstoff, Nährstoffe, etc.

Mit zunehmenden Alter werden die Papillen flacher. Dadurch wird die Versorgung und Zellerneuerung verschlechtert.

In der Oberhaut findet die Zellteilung und die äußerste Abwehr des Immunsystems statt. Wir die Steuerung der Zellteilung z. B. durch Lösungsmittel, falsche Kosmetika, etc. gestört, so wird die Zellteilung verändert. Folgen hiervon ist eine Verdickung oder Verdünnung der Oberhaut. Die Produktion der Gewebshormone wird entsprechend gestört. Eine Zelle der Oberhaut hat einen Zyklus von 28 Tagen.

Auf der Hautoberfläche finden wir ein Gemisch aus ca. 30 Substanzen. Diese stammen z. B. aus den Schweißdrüsen. Bei bestimmten Erkrankungen fehlen z. B. Harnstoffe. Daher trocknet starkes Schwitzen die Haut aus. Die fettlöslichen Bestandteile stammen entweder von den Talgdrüsen oder von den zerfallenen Hornzellen (z. B. Glycerin aus Zellmembran, Hyaloronsäure als Zellkittsubstanz).

Fettarme Haut kann aus mangelnder Talgdrüsentätigkeit oder zu dünner Oberhaut entstehen. Die Auswahl der Hautoberfläche glättenprodukte sollte dies berücksichtigen.

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